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Der
folgende Text ist eines meiner hand-outs für Workshops. Er bezieht
sich auf "freie" Improvisation, als Solo- oder auch als
Gruppenimprovisation.
Siehe
auch: Es ist OK
ES
IST NICHT OK, DIE ZULETZT GESPIELTE PHRASE ZU VERDAMMEN.
Das passiert oft: Man spielt was, was man nicht mag. Danach denkt
man, wie doof das gerade war und spielt dann noch mehr Mist, weil
man nicht mehr richtig aufpasst. Dann denkt man wieder, wie doof das
gerade war, usw. Vorwärts denken. Kritik kommt später.
ES IST
NICHT OK, IN EINER IMPROVISATION ORCHESTERSTELLEN ABZULASSEN.
Wenn ein Huhn und ein Hahn sich im Paartanz befinden, wird der Hahn
erstmal schroff abgelehnt. Der arme Hahn ist hin- und hergerissen
zwischen sexueller Erregung und Angst, weiss nicht, was er tun soll
und pickt erstmal auf den Boden, so als hätte er Hunger. Das ist eine
sogenannte Übersprungshandlung. Ungefähr so verhält es sich mit den
Orchesterstellen.
ES IST
NICHT OK, EINE SUPPE AUS ALLEN IN DER KUCHE VORHANDENEN ESSWAREN ZU
KOCHEN.
Weniger ist oft mehr. Man muss nicht alle seine Fähigkeiten in einer
einzigen Improvisation zur Schau stellen. Es geht um Geschichten ,
nicht um Vollständigkeit.
ES IST
NICHT OK, SEINE UNGLAUBLICHE TECHNIK OHNE MUSIK FEILZUBIETEN.
Musik entsteht nicht aus Flötentricks. Die sind langweilig, denn ohne
Musik sind sie halt nur Tricks. In Gruppenimprovisationen Extremlagen
zu üben, weil einem nichts einfällt, ist auch nicht besonders hilfreich.
ES IST
NICHT OK, AUF DER BUHNE DAS MISSFALLEN AN SICH SELBST ODER ANDEREN
KUNDZUTUN.
Niemand möchte schlechte Laune auf der Bühne sehen. Erstens können
Zuhörer eine ganz andere Wahrnehmung haben und möchten deine Privatmeinung
vielleicht gar nicht wissen. Und zweitens werden "bad vibrations"
weder dich noch deine Mitmusiker zu besserem Spiel ermutigen.
ES IST
NICHT OK, MUSIK NICHT ERNSTZUNEHMEN, WEIL SIE JA NUR IMPROVISIERT
IST.
Improvisation ist die grosse Kunst der spontanen Komposition. Wer
das nicht ernst nehmen kann, der soll halt notierte Musik spielen.
No hard feelings.
ES IST
NICHT OK, VOR EINEM KONZERT DROGEN ZU NEHMEN. Drogen lassen Dich die
Wirklichkeit verfälscht wahrnehmen. Das ist vielleicht für dich ganz
angenehm, aber für die Musik ist es nicht gut.
ES IST
NICHT OK, ZU DENKEN: "ICH KANN DAS NICHT."
Mit diesem Satz verhinderst Du den Fluss aller kreativen Kräfte. Besser
denken: "Schaun wir mal" und losspielen. Wer nie losgeht, kommt nie
an. (Und der längste Weg beginnt ja bekanntlich mit dem ersten Schritt...)
Alles
vorab Geäusserte stellt meine Privatmeinung dar und ist als Anregung
gedacht und nicht als ehernes Gesetz.
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