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Der
folgende Text ist eines meiner hand-outs für Workshops. Er bezieht
sich auf "freie" Improvisation, als Solo- oder auch als
Gruppenimprovisation.
Siehe
auch: Es ist nicht OK
ES IST
OK, SICH ZU WIEDERHOLEN.
Musik lebt von Wiederholungen. Spiele ein paar kräftige Töne, wiederhole
sie und schon hast du ein Motiv.
ES IST
OK, TÖNE IN EINER LINIE ZU WIEDERHOLEN.
Viele Musiker glauben, dass man Melodien erzeugt, indem man von einem
Ton zum nächsten geht. Weniger ist oft mehr.
ES IST
OK, IN C-DUR ZU SPIELEN.
SCHWIERIG ist nicht das Gleiche wie GUT (oder schön oder kräftig).
Die schönsten Melodien dieser Welt sind äusserst einfach, manchmal
sogar plump.
ES IST
OK, EINE LINIE OHNE HOCHDRAMATISCHE SHAKUHACHI-AKZENTE ZU SPIELEN.
Grosse dramatische Momente können und müssen nicht ständig erzeugt
werden. Sie kommen schon, wenn die Zeit dafür reif ist.
ES IST
OK, KEIN KONZEPT ZU HABEN.
Aus dem Moment kann grossartige Kunst entstehen. Trau Dich.
ES IST
OK, EIN KONZEPT ZU HABEN.
Es gibt eine ganze Generation von Free-Jazzmusikern , die glauben,
dass Improvisation immer nur aus dem Moment kommen darf. Ein Konzept
zu haben, hiesse also "schummeln". Ich gehöre nicht zu diesen Leuten.
ES IST
OK, UNINSPIRIERT ZU SEIN.
Lass es geschehen. Aus der Ratlosigkeit entstehen manchmal die besten
Sachen. Bleibe in der Spielsituation anwesend, erlaube Dir nicht,
unkonzentriert zu sein.
ES IST OK, EINEN SCHLECHTEN TON ZU HABEN.
Bei Improvisation geht es um Authentizität. Wenn Du gerade einen schlechten
Ton hast, dann ist das halt gerade so. Kümmere Dich einfach um die
Inhalte, nicht um das Äussere.
ES IST OK, PAUSEN ZU MACHEN.
In Pausen vollzieht der Zuhörer deine letzte Phrase nach, und DU auch.
Die Spannung steigt. Nichts zu spielen, heisst nicht, nichts zu sagen.
ES IST OK, ZU SAGEN: "ICH KANN DAS NICHT"
Gesunde Selbsteinschätzung ist wichtig. Wie wäre es mit: "Ich kann
das zwar jetzt gerade nicht, aber ich werde es versuchen und irgendwann
kann ich es bestimmt, es ist nur eine Frage der Zeit."? Sei nett zu
Dir, aber ziere Dich nicht unnötig. Musiker müssen halt hart arbeiten.
Alles
vorab Geäusserte stellt meine Privatmeinung dar und ist als Anregung
gedacht und nicht als ehernes Gesetz.
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